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Objekt des Monats Jänner 2015: Der Makart der Musik. Zum 100. Todestag von Carl Goldmark

eigenhändiges Incipit zum Streichquintett op. 9 von Carl Goldmark mit mit Widmung an Robert Heckmann und Porträt des Komponisten. Wienbibliothek, Musiksammlung, H.I.N.-89786

Vor 100 Jahren, am 2. Jänner 1915, starb in Wien der Komponist Carl Goldmark in seinem 85. Lebensjahr. Goldmark galt nach dem Tod von Anton Bruckner, Johannes Brahms und Johann Strauss als der bedeutendste lebende Tondichter der österreichisch-ungarischen Monarchie, noch vor Gustav Mahler. Seine Berühmtheit verdankte er vor allem seiner Erstlingsoper "Die Königin von Saba", die 1875 an der Wiener Hofoper uraufgeführt worden war. Wegen seiner farbenreichen Instrumentierung nannte man ihn auch den "Makart der Musik". Die Wienbibliothek widmet ihm ab 13. Februar eine Kleinausstellung.

1861 hatte Goldmark das Hellmesberger-Quartett, damals das führende Kammermusik-Ensemble Wiens, noch auf eigene Rechnung engagieren müssen, um sein Streichquartett op. 8 adäquat zu Gehör bringen zu können. Als die Musiker das Werk dann doch in ihr Repertoire aufnahmen, war der Bann gebrochen und die Werke Goldmarks begannen sich in Wien durchzusetzen. So war es keine Frage mehr, dass Hellmesberger Goldmarks neues Streichquintett op. 9 in seinem regulären Konzertzyklus im Musikverein zur Uraufführung bringen würde. Dies geschah am 14. Dezember 1862; einen Monat zuvor hatte Johannes Brahms unter den gleichen Auspizien sein Wiener Debüt gegeben. Auf internationaler Ebene setzte sich das Quintett nur langsam durch. So lehnte es Ferdinand David, der noch von Felix Mendelssohn Bartholdy eingesetzte Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters und Primgeiger des Gewandhaus-Quartetts, 1863 ab, das Werk zu spielen.

Umso erfreulicher musste für Goldmark eine Zuschrift von Robert Heckmann, dem Primarius eines nach diesem benannten Streichquartetts aus Köln (1848–1891), sein, die ihn kurz vor der langerwarteten Premiere seiner Oper "Die Königin von Saba" erreichte. Der Brief ist zwar verschollen, doch ist sein Inhalt aus dem Antwortschreiben Goldmarks vom 18. Jänner unschwer zu rekonstruieren:

Vielen Dank für Ihre freundliche Zusendung. Es hat mir viel Freude gemacht daß Sie mein Quintett gespielt, es wurde mit Ausnahme von Wien noch wenig gespielt. Von neuen Sachen erlaube ich mir Sie auf meine, demnächst bei Schott erscheinende neue Sonate für Cl[avier] u. V[io]l[ine] aufmerksam zu machen. Dieselbe hat hier kürzlich in 2maliger Aufführung einen ganz ungewöhnlichen Erfolg gehabt. Ich hoffe daß sie auch Ihnen gefällt. Die gewünschte Photographie und Notenschrift lege ich hier bei.

Goldmarks Violinsonate op. 25 erklang am 19. November 1874, wiederum im Musikverein bei Hellmesberger, zum ersten Mal und danach am 9. Jänner in einer vom Pianisten Anton Door veranstalteten Trio-Soiree im Bösendorfer-Saal.

Zur Ausstellung

12. Februar 2015, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung
Der Makart der Musik. Carl Goldmark, Paradekomponist der Ringstraßenzeit
Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume
Bartensteingasse 9, 1. Stock, 1010 Wien